Infos für Patienten

Richtlinien für ambulante Operationen

Nicht nur der Operateur bzw. Anästhesist muß bestimmten Ansprüchen genügen, sondern auch der Patient!
So müssen auch Patienten bestimmten Qualitätsrichtlinien entsprechen, um einer ambulanten Operation zugeführt werden zu können:

  1. Der Patient oder sein verantwortlicher Begleiter muß sich sicher mit den durchführenden Ärzten verständigen können! (In der Regel englisch oder deutsch) Ggflls. muß vom Patienten ein Dolmetscher (dies kann ein Familienmitglied oder ein Freund sein) gestellt werden.
  2. Der Patient muß über einen Telefonanschluß (Festnetz oder mobil) verfügen, damit er angerufen werden kann, bzw. post-op. telefonieren kann.
  3. Am Op-Tag muß eine häusliche Betreuung bis zum nächsten Morgen organisiert werden; zwar ist niemand post-op. pflegebedürftig oder streng bettlägrig, aber kleinere Versorgungsaufträge sollten delegiert werden können (wie z.B. die Versorgung der eigenen Kinder oder den Abwasch). Außerdem können bei empfindlichen Menschen auch mehrere Stunden nach einer Narkose noch leichte Kreislaufprobleme auftreten, bei denen eine Betreuungsperson dann sehr hilfreich ist. Diese Betreuungsperson sollte den Patienten möglichst schon nach der Op abholen, damit im Einzelfall noch persönliche Instruktionen gegeben werden können. Alternativ ist der Heimweg per Taxi möglich. Dann muß aber zuhause ein Ansprechpartner sein.
  4. Für den unwahrscheinlichen Fall einer häuslichen Spät-Komplikation sollte der Anfahrtsweg zum nächsten Krankenhaus unter 60 min liegen und die Telefonnummern des Operateurs / Anästhesisten bzw. des hausärztlichen Notdienstes bzw. bekannt sein.
  5. Die gesundheitliche Verfassung des Patienten sollte altersentsprechend gut sein. Das bedeutet, Patienten mit spürbaren körperlichen Einschränkungen (vgl. Liste) müssen ggflls. stationär versorgt werden. Die Entscheidung, ob ambulant oder stationär hängt ausserdem ab von der Anästhesie-Form (örtliche oder allgemeine)und dem Eingriff und wird getroffen vom Hausarzt bzw. vom Operateur in Rücksprache mit den Anästhesisten.

 

Hier die wichtigsten medizinischen Kontraindikatonen für eine ambulante Allgemeinanästhesie (Narkose).

  • schweres Asthma
  • Herzanfälle (Angina pectoris) oder ein Herzinfarkt innerhalb des letzten Jahres
  • schwere Durchblutungsstörungen der Beine oder des Kopfes mit Schwindelanfällen oder Schlaganfällen in der Vorgeschichte
  • dialyse-pflichtige Patienten
  • extremes Übergewicht (mehr als 50% über dem Normalgewicht)
  • extremes Alter (Säuglinge < 6 Monaten; Greise > 85 Jahren)
  • Auftreten von Muskelschwund in der Familie
  • Bekannte Allergien gegen bestimmte Narkosemittel, Lokalanästhetika oder Latex
  • akuter Infekt
  • Schlaf-Apnoe-Syndrom